Auch im Südwesten der Republik ist es endlich wieder so weit. Die Spitzenliga Baden-Württembergs startet in die Spielzeit 2022/23. Alles Wissenswerte rund um den Saisonauftakt der Oberliga, den Modus, die Favoriten und mehr findest du hier!

Die Spitzenliga Baden-Württembergs – Wann startet die Saison 2022/23?

Parallel zum Auftakt der 1. Bundesliga startet auch die Oberliga Baden-Württemberg am Freitag, den 05.08.2022, in die Saison 2022/23 und damit in die insgesamt 45. Spielzeit. Zum Saisonauftakt trifft der diesjährige DFB-Pokalteilnehmer SV Oberachern auf Aufsteiger und Oberliga-Gründungsmitglied, den Offenburger FV. Nur 26 Autominuten trennen beide Klubs. Die Saison startet also direkt mit der Rückkehr des Ortenau-Derbys! Anstoß ist um 19 Uhr am Sportplatz am Waldsee in Oberachern.

Ein kleineres Teilnehmerfeld – Diese Vereine sind 2022/23 mit dabei

Nicht nur in Bezug auf den Saisonstart haben sich die Ligaverantwortlichen an der Bundesliga orientiert, sondern auch hinsichtlich der Anzahl an Ligateilnehmern. Insgesamt 18 Mannschaften gehen in der Saison 2022/23 in der Oberliga Baden-Württemberg an den Start. Nach zwei Spielzeiten mit einmal 21 (2020/21) und 20 (2021/22) Vereinen kehrt die Liga zum ursprünglichen Modus zurück. Die folgenden Mannschaften haben sich sportlich für die kommende Saison qualifiziert:

Der Regionalliga-Absteiger aus dem Gebiet Baden-Württemberg:

SG Sonnenhof Großaspach

Die 13 verbliebenen Mannschaften aus der vergangenen Spielzeit in der Oberliga Baden-Württemberg:

Stuttgarter Kickers, TSG Backnang 1919, FC 08 Villingen, 1. Göppinger SV, 1. CfR Pforzheim, FC Nöttingen, FSV 08 Bietigheim-Bissingen, SSV Reutlingen 05, Neckarsulmer Sport-Union, FV Ravensburg, 1. FC Rielasingen-Arlen, SV Oberachern und der Freiburger FC

Die drei Aufsteiger aus den jeweiligen Verbandsligen:

ATSV Mutschelbach (Verbandsliga Baden), Offenburger FV (Verbandsliga Südbaden) und der FSV Hollenbach (Verbandsliga Württemberg)

Der Sieger der Aufstiegsrunde zur Oberliga Baden-Württemberg:

FC Holzhausen

Durch den Abstieg vom FC-Astoria Walldorf II in der abgelaufenen Spielzeit gibt es in der kommenden Saison keine Zweitvertretung in der Oberliga Baden-Württemberg.

Die Auf- und Absteiger – Auffüllung von oben und unten

Mehr als ein Viertel und damit gleich fünf neue Mannschaften sind in der anstehenden Saison in der Oberliga Baden-Württemberg mit von der Partie. Neben dem Regionalliga-Absteiger SG Sonnenhof Großaspach kommen die drei Verbandsliga-Aufsteiger ATSV Mutschelbach, FSV Hollenbach und der Offenburger FV sowie der Sieger der Oberliga-Aufstiegsrelegation der FC Holzhausen dazu.

Getreu dem Motto: „Spiele gewinnt die Offensive, (doch) die Defensive die Meisterschaften“, haben sich der ATSV Mutschelbach und der FSV Hollenbach durch eine starke Verteidigungsleistung den Aufstieg gesichert. Der ATSV kassierte lediglich 24 Gegentore in 30 Spielen, während es beim FSV 26 Gegentore in 38 Spielen waren. Die Liga gewinnt jedoch nicht nur im Defensivbereich an Attraktivität hinzu. Mit dem FC Holzhausen sind Tore garantiert. Die Holzhausener, die sich in der Verbandsliga Württemberg ganz knapp dem FSV Hollenbach geschlagen geben mussten, haben mit 103 Toren in 38 Spielen ihr ganzes Offensivpotenzial unter Beweis gestellt. Es wird spannend zu sehen sein, ob die Mannschaften auch eine Liga höher ihre Stärken in ähnlicher Art und Weise auf den Platz bringen können.

Großaspach, die Kickers und mehr: Das sind die Meisterschaftsfavoriten

Die SG Sonnenhof Großaspach wird als Regionalliga-Absteiger sicherlich ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Meisterschaft und den damit verbundenen direkten Wiederaufstieg geht. Nach zwei Spielzeiten in der Regionalliga Südwest und zuvor sechs Jahren in der 3. Liga ist Großaspach zum ersten Mal seit der Saison 2008/09 wieder in der Oberliga Baden-Württemberg vertreten. Lange bleiben möchte man aber nicht.

In diesem Sommer folgte deshalb der große Umbruch bei den „Rot-Schwarzen“. Insgesamt 19 Spieler haben den Verein verlassen, darunter gestandene Ex-Profis wie Sascha Mölders, Ken Gipson oder auch Sebastian Schiek. Neben den 19 Abgängen gibt es fast ebenso viele Neuzugänge. Der vermeintlich wichtigste Transfer fand jedoch an der Seitenlinie statt. Mit Evangelos Sbonias kehrt ein alter Bekannter nach Großaspach zurück. Der 39-Jährige war bereits in der Spielzeit 2016/17 als Co-Trainer unter Oliver Zapel beim Regionalliga-Absteiger aktiv. Nach einer erfolgreichen vergangenen Saison mit der SGV Freiberg – samt Aufstieg in die Regionalliga Südwest – bleibt Sbonias der Oberliga Baden-Württemberg als neuer Cheftrainer der SG Sonnenhof Großaspach erhalten. Trotz des Umbruchs besitzt Großaspach definitiv die Kaderqualität, um im Aufstiegsrennen mitmischen zu können.

Die Pokaleuphorie mit in die Saison nehmen – Neuer Angriff der Stuttgarter Kickers

 „Es gab noch nie einen größeren Favoriten als die Stuttgarter Kickers“, sagte ausgerechnet der Cheftrainer der SG Sonnenhof Großaspach, Evangelos Sbonias, in der Stuttgarter Zeitung. Das diese Annahme nicht von ungefähr kommt, hat vor kurzem der DFB-Pokal gezeigt. Der Oberligist setzte sich im klassischen David-gegen-Goliath-Duell mit 2:0 gegen den Zweitligisten Greuther Fürth durch und darf nun in der zweiten Runde des Pokals auf das nächste große Los hoffen.

Die Stuttgarter Kickers nach dem sensationellen 2:0-Pokalerfolg gegen den Zweitligisten Greuther Fürth. (Foto von: https://www.facebook.com/stuttgarterkickers)

In der abgelaufenen Saison verpassten die Stuttgarter nur denkbar knapp den Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Punktgleich, aber aufgrund der schlechteren Tordifferenz ging es für die Kickers als Tabellenzweiter in die Aufstiegsrelegation. Dort musste sich der Vizemeister Eintracht Trier geschlagen geben.

Deshalb dürfte in dieser Spielzeit ein neuer Anlauf in Richtung Aufstieg unternommen werden, auch weil die Mannschaft des vergangenen Jahres zum Großteil zusammengehalten wurde. Lediglich punktuell haben sich die Stuttgarter in diesem Sommer verstärkt. Alles andere als eine Top-Platzierung der Kickers wäre nach diesem sensationellen Willens-Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals eine Überraschung.

Neben den beiden vermeintlich großen Favoriten dürften sich vor allem der 1. Göppinger SV und der FC Nöttingen Außenseiterchancen im Meisterschaftsrennen ausrechnen.

Für diese Vereine könnte es eng werden

Am Ende der Saison könnte es insgesamt sechs Mannschaften geben, die den Gang in die Verbandsliga antreten müssen. Dies sorgt dafür, dass relativ viele Vereine für den Abstiegskampf infrage kommen. Traditionell dürften es vor allem die vier Aufsteiger schwierig haben. Dazu kommen die Vereine, die in der letzten Saison ganz knapp den Nicht-Abstieg gefeiert haben. Neben dem Freiburger FC sind das der SV Oberachern und die Sport-Union Neckarsulm.

Die Aufstiegs- und Abstiegsregelung im Überblick

Die Aufstiegsregelung bleibt in der Spielzeit 2022/23 in der Oberliga Baden-Württemberg unverändert. Der Meister steigt direkt in die Regionalliga Südwest auf, während sich der Vizemeister für die Aufstiegsspiele zur Regionalliga qualifiziert. Die Aufstiegsrelegation wird in einem Rundenturnier vom 08.06 – 14.06.2023 ausgetragen. Dabei trifft der Vizemeister der Oberliga Baden-Württemberg in einer Dreiergruppe auf die beiden Vizemeister aus der Hessenliga und der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Der Gruppenerste steigt automatisch in die Regionalliga Südwest auf. Der Gruppenzweite- und dritte verbleibt in der jeweiligen Oberliga.

Wie oben bereits angedeutet, kann es in der folgenden Spielzeit bis zu sechs Absteiger aus der Oberliga Baden-Württemberg geben. Wie viele Mannschaften am Ende eine Liga runter müssen, hängt von der Abschlusstabelle der Regionalliga Südwest und der Anzahl der Aufsteiger ab. Die Plätze 17 und 18 sind direkte Abstiegsplätze, unabhängig von den Ergebnissen der Regionalliga und dem Aufstiegsgeschehen. Die Plätze 13 bis 17 können zu solchen werden, abhängig von den oben genannten Faktoren. Nachfolgend findet ihr zwei Grafiken, die die verschiedenen möglichen Szenarien verdeutlichen.

Die Abstiegsregelung in der Oberliga Baden-Württemberg für die Saison 2022/23

Die Liga der Goalgetter Gibt es bald einen neuen König?

Viele ehemalige Profis gibt es in der Oberliga Baden-Württemberg im Gegensatz zu anderen in Deutschland nicht. Der bekannteste Name ist der von Anton Fink. Der mittlerweile 35-Jährige ist mit 117 Pflichtspieltreffern nicht nur der erfolgreichste Torschütze in der Vereinsgeschichte des Chemnitzer FC, sondern mit 136 Toren auch der Rekordtorschütze in der 3. Liga. Fink bringt darüber hinaus die Erfahrung von über 75 Zweitliga- und 300 Drittligaspielen mit. Nach zwei Jahren beim Regionalligisten SSV Ulm 1846 schnürt er ab diesem Sommer die Fußballschuhe für den FC Nöttingen. Ein regionaler Sponsor macht den Königstransfer des Vorjahressiebten möglich.

Drittliga-Rekordtorschütze Anton Fink geht in dieser Saison für den FC Nöttingen in der Oberliga Baden-Württemberg auf Torjagd (Foto von: https://www.facebook.com/FCNoettingen1957/)

Und wenn wir schon beim Thema Torjäger sind, dürfen diese beiden Namen nicht fehlen: Dominik Salz und Kevin Dicklhuber. Salz ist für die SG Sonnenhof Großaspach aktiv und bringt es auf bislang 206 Spiele und 99 Tore in der Oberliga Baden-Württemberg. Dicklhuber spielt bei den Stuttgarter Kickers und hat in 173 Einsätzen stolze 95 Toren erzielt. Damit belegen die beiden Routiniers die Plätze drei und vier im ewigen Ranking der erfolgreichsten Torschützen in der Oberliga Baden-Württemberg. Angeführt wird die Liste von Marcel Sökler (101 Tore), der die SGV Freiberg mit seinen 30 Toren in der abgelaufenen Spielzeit fast im Alleingang in die Regionalliga geschossen hat. Alles andere als einen neuer führender in der ewigen Torschützenliste der Oberliga Baden-Württemberg wäre eine Überraschung.

Spannung, Tradition und Emotionen – Die Oberliga Baden-Württemberg bei KICK.TV

Mit geballter Offensivpower geht es in Richtung Saisonstart. Gleich am ersten Spieltag wartet mit dem Duell FC Nöttingen gegen die SG Sonnenhof Großaspach eine vermeintliche Spitzenpartie auf uns. Dazu müssen die Stuttgarter Kickers zum Aufsteiger FC Holzhausen. Kann der Stuttgarter Traditionsverein die Euphorie aus dem DFB-Pokal mitnehmen und werden sie ihrer Favoritenrolle in der Liga gerecht? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen werden im Laufe der Saison beantwortet werden. Es wartet eine spannende und packende Saison 2022/23 auf uns.

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